
Gleich mal an die weiblichen Leser: Nein, es geht hier nicht um Luca Toni, den attraktiven italienischen Fussball-Spieler (in Bayern sehr populär da Profi beim hiesigen FC). Der wurde ja neulich auf dem Trainingsplatz glatt von zwei weiblichen Fans überrascht, nackt. Nein, nicht er, die Damen. Nice hand, Sir. Soweit ist es im Poker-Sport noch nicht. Wenn der Boom allerdings weitergeht, ist auch beim Pokern mit allem zu rechnen. Vielleicht ja für den ein oder anderen eine zusätzliche Motivation, mit dem Pokersport zu beginnen,
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Doch zurück zu unserem Luca. Es handelt sich hier um Luca Pagano, ebenfalls Italiener, aber kein Fussball-sondern Pokerprofi. Mitglied des Pro-Teams von PokerStars und eine Gallionsfigur der italienischen Pokerszene.
Wir (Florain und ich) trafen uns mit Luca Pagano in Graz. In Graz deshalb, weil wir da unsre Lehrvideos produzieren. Und an diesem Tag ging es um die Übersetzung unserer Inhalte ins Italienische. Dazu brauchen wir auch ein italienisches Gesicht, der meinen und Katjas Part in den Lehrvideos übernimmt. Luca ist die perfekte Besetzung, und er hat seinen Job wirklich gut gemacht.

Luca mit mir vor der "Blue Wall", die später durch Animationen ersetzt wird
Dank des neuen Teleprompters konnten wir am Abend auch ein "mission complete" melden. Hätte viel drum gegeben, dieses Technik-Gimmik schon letztes Jahr gehabt zu haben. So musste ich damals noch seitenweise Texte aus dem Kopf sprechen. Gruselig.
So aber blieb sogar noch Zeit, Luca eine Viertelstunde über die Schulter zu blicken, als er $50/$100 Fixed Limit Hold’em gespielt hat. Einen Tisch HU, einen Tisch 6-max. Für mich als NL-Spieler sehr interessant, da sich die Strategien doch klar unterscheiden und ich immer gerne die Pros in Action sehe. Ich denke, wir werden in Zukunft auch noch ein paar Session Videos von Luca zu sehen bekommen.

Das Studio, mit Luca vorne rechts beim Überarbeiten der italienischen Texte, links die Blue Wall. Temperatur? Gefühlte 50° C.
In Vegas werden dann die englischen und spanischen Übersetzungen gemacht. Joe Hacham und Humberto Brenes haben bereits zugesagt. Wird bestimmt auch spannend.
Apropos Vegas: Ich kanns kaum mehr erwarten, endlich "rüberzumachen". Die meisten anderen Intellis und Blogger sind ja schon angekommen und spielen bereits die ersten Events, während ich mich hier noch mit Alltagskram rumschlagen muss. Aber nächsten Donnerstag ist es dann soweit… Ich hoffe nur, dass ich rechtzeitig in den Turniermodus zurückfinde, da ich im Moment nur CG spiele.
So, hier kommt endlich die Auflösung meines letzten Hold’em or Fold’em. Es ging um folgende Hand:
Nach dem Raise meines Gegners auf dem Flop und dem Call meines Value- (Donk)-Bet auf dem Turn war ich mir sicher, dass mein Gegner auf dem Flop 2 Pair oder ein Set getroffen hatte. Alternativ hätte ich den Turn auch Check-Raise spielen können. Mit einem kleinen Set oder Top und Bottom-Pair hätte mein Gegner aber hinterherchecken können, was ich nicht wollte.
Am River habe ich nun mehrere Möglichkeiten. Fürchte ich, geschlagen zu sein, kann ich entweder einen Block-Bet machen, um den Showdown möglichst günstig zu sehen (mit der Gefahr, geraist zu werden und eventuell die Hand aufgeben zu müssen), oder ein Check-Call zu spielen in der Hoffnung, der Gegner macht einen kleineren Valuebet, den ich dann mit guten Pot-Odds callen kann. Ich entschließe mich für die zweite Variante. Die hat aber nun einen gravierenden Nachteil. Letztlich induziere ich gleichzeitig einen Bluff für die Hände, die mich nicht geschlagen haben.
Versuchen wir die Situation zunächst mathematisch zu betrachten:
Gehe ich davon aus, dass mein Gegner am Flop mindestens 2 Pair hat, dann gibt es folgende Kombinationen, die mein Mitspieler halten kann:
Das Ass am River hilft ihm somit in 27 von 36 Fällen, da alle Kombinationen sich zur Gewinnerhand verbessern, bis auf die 9 möglichen ![]()
Kombinationen.
Das bedeutet Odds von 27 zu 9 bzw. 3 zu 1. Ich muss 160 callen, um 528 gewinnen zu können. Das sind Pot-Odds von 528 zu 160 oder 3.3 zu 1. Also selbst wenn ich davon überzeugt bin, dass mein Gegner 2 Pair oder ein Set gefloppt hatte, kann ich am River callen.
Wie immer ist die letztliche Entscheidung davon abhängig, welche Informationen ich über den Spieler habe. Handelt es sich um einen sehr konservativen, tighten Spieler, der normalerweise nur die Nuts oder 2nd Nuts am River setzt, dann kann man hier zum Fold tendieren. Es ist von den Odds her eine sehr knappe Entscheidung. Ist mein Spieler aber recht loose und für Moves bekannt, steigen meine Chancen deutlich, dass er nur Ax hat oder einen reinen Bluff fährt und ein Call wird zwingend, gerade da wir bei solchen Spielern durch einen Check am Turn einen Bluff provozieren.
In diesem Fall hatte ich leider wenig Infos über den Spieler, da ich gerade mal 20 Minuten am Tisch saß. Hier das Resultat, wie die Hand zuende ging:
Er hatte also tatsächlich 2 Pair, aber hier genau die beiden, die sich nicht zum Fullhouse entwickelt haben. Puh :-)
Das nächste Hold’em or Fold’em gibt’s dann vermutlich aus Vegas. Bis denne…